Pfingstexkursion

Pfingstexkursion 2017

Die Pfingstexkursion 2017 führte die Aachener Gießer vom 06. bis zum 09. Juni durch die Mitte Deutschlands. Früh am Dienstagmorgen brachen 12 Studenten und 4 Doktoranden von Aachen aus in Richtung Leipzig auf, um dort Quartier zu bezie-hen und Leipzig kennenzulernen. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Raum Leipzig mit vielen attraktiven Gießereien in der Umgebung ein potentieller Arbeits- und Lebensraum für die mitgereisten Studierenden sein kann. Als erste Station wurde am Folgetag das Werk der Georg Fischer GmbH in Leipzig besucht. Die Gruppe wurde hier vom Produktionsleiter, Herr Richarz, und dem Personalchef, Herr Fröhlich, empfangen. Nach einer Unternehmensvorstellung bot sich in kleinen Gruppen ausreichend Gelegenheit die Fertigung mit der in Europa größten automa-tischen Formanlage zu ergründen. Dabei konnten die Studierenden die wichtigen Stationen der Gussproduktion, bis hin zum Abguss der großen Gussteile für den Nutzfahrzeugmarkt einsehen und Fragen stellen, die im Rahmen einer solchen Ex-kursion aufkommen und diese Exkursion so wertvoll machen.


Bild 1: Gruppenfoto vor dem GF-Werk in Leipzig

Nach der anschließenden Diskussionsrunde fuhr die Gruppe weiter nach Meuselwitz, wo mit der Besichtigung der Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH der zweite Programmpunkt anstand. Zu Beginn des Termins gab Herr Dr. Jörg Richter einen kurzen Überblick die Gießerei und aktuelle Herausforderungen. Im Rahmen der Be-triebsbesichtigung, die ganz im Zeichen der Produktion von Großguss aus konven-tionellem und mischkristallverfestigtem GJS stand, gelangte so mancher Exkursi-onsteilnehmer wohl ins Staunen, welche Dimensionen die Gießereiindustrie abbil-den kann. Angefangen von hochautomatisierter Großserienproduktion am Vormit-tag, bis hin zur Einzelteilfertigung von Gussteilen mit bis zu 80 Tonnen Gewicht am Nachmittag. Die einzigartigen Herausforderungen, die bei der Produktion von derar-tigen Teilen entstehen, beeindruckten zudem, denn eines ist hier auch dem letzten Teilnehmer klargeworden: Ausschuss darf man hier nicht produzieren!


Bild 2: Gruppenfoto vor dem Meuselwitz Werk

Wohlgenährt und vollzählig setzte sich die Gruppe am späten Nachmittag wieder in Bewegung und bezog abends Quartier in Leipzig, wo der Tag im Rahmen des tradi-tionellen AGIFA-Abends mit Diskussionen des Erlebten und dem ein oder anderen Kaltgetränk im Ratskeller in Leipzig beschlossen wurde. Im Laufe des Abends wur-de diskutiert, gelacht und nicht zuletzt auch die ein oder andere Unterschrift auf di-verse Bierdeckel gesetzt.
Am Morgen des dritten Tages führte der Weg weiter in die Leipziger Umgebung, um die HAL Unternehmensgruppe zu besuchen. Vor der Wende gehörte diese zur GISAG Gruppe, dem damals vielleicht größten Arbeitgeber in der deutschsprachi-gen Gießereiindustrie mit ca. 6000 Mitarbeitern. Nachdem sich am Vortag der Ei-senguss im großen und sehr großen Format präsentieren durfte, stand bei diesem Besuch die Fertigung von Aluminium-Großguss im Vordergrund. Mit Komponenten für die Hochspannungstechnik und für Vakuumanlagen bekamen die Exkursions-teilnehmer einen Eindruck davon, wie vielseitig auch die Produkte des Aluminium-gusses abseits der Automotive Fertigung sein können. Der Werksleiter, Herr Schö-neich, und der Leiter des Qualitätsmanagement nahmen sich Zeit und führten die Exkursionsteilnehmer nach einem kurzen Unternehmensüberblick in Kleingruppen durch Kernfertigung, Gießerei und mechanische Bearbeitung. Abgerundet wurde der lehrreiche Aufenthalt durch eine abschließende Fragerunde.


Bild 3: Gruppenfoto vor dem Werk der HAL-Gruppe

Auf dem Weg nach Braunschweig wurde anschließend bei der Trimet Automotive GmbH in Harzgerode Station gemacht. Die idyllisch gelegene Leichtmetallgießerei produziert an diesem Standort ausschließlich für den Automobilbereich. Der Leiter der Forschung und Entwicklung Herr Dr. Kleine, ein promovierter Aachener, leitete den Besuch mit einer höchstinteressanten Präsentation über Standort und aktuelle Forschungsprojekte ein. In einer persönlichen Führung konnten die Studierenden einen Einblick in der Herausforderungen einer hochtechnisierten Produktion erhal-ten. Spätestens beim Anblick des Versuchslabors reifte bei einigen Studierenden der Wunsch, für eine Abschlussarbeit nochmal zur Trimet Automotive GmbH zu-rückzukehren. Nachdem das Erlebte bei Kaffee und Kuchen diskutiert wurde, machte sich die Gruppe auf den Weg nach Braunschweig, wo im Rahmen eines freien Abends die Stadt erkundet werden konnte.


Bild 4: Gruppenfoto vor dem Trimet Werk

Der vierte und letzte Exkursionstag begann mit einer kurzen Busfahrt nach Hildes-heim, wo mit der Firma KSM eine NE-Kundengießerei besucht wurde, welche vom Schwerpunkt ihres Produktportfolios vor allem in der Automotive-Branche beheima-tet ist. Erneut wurde die Aachener Gruppe mit offenen Armen empfangen und nach einer herzlichen Begrüßung des Leiters für Intellectual Property Management Herr Dr. Geissler von Gießereiingenieuren fachkundig durch Prototypen-, Kokillen-, CPC- und Druckgießerei geführt. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen bot sich zudem ausreichend Gelegenheit, sich Fragen aus erster Hand beantworten zu lassen und so einen exklusiven Einblick in den Arbeitsalltag eines Gießereiin-genieurs im Kundenguss zu ergattern.


Bild 5: Gruppenfoto vor dem KSM-Werk in Hildesheim

Anschließend setzte sich der Bus wieder in Richtung Aachen in Bewegung, wo die Exkursion am späten Abend ihr Ende fand. Etwas erschöpft von der langen Heim-fahrt, aber um viele wertvolle Einblicke reicher, schauten die Teilnehmer auf eine äußerst abwechslungsreiche Woche zurück. Hinsichtlich Gusswerkstoffe, Verfah-ren, Bauteilgrößen, Anwendungsfeldern und Unternehmensformen wurde auf der diesjährigen Exkursion eine besonders große Bandbreite abgedeckt. Möglich ge-macht wurde die gesamte Veranstaltung nicht zuletzt von den zahlreichen Unter-stützern in den besuchten Betrieben, die die Gruppe umfangreich und mit großem Aufwand betreuten. Für diesen wertvollen Beitrag zur Gießerei-Nachwuchsförderung auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankesschön an alle Unterstützer, insbesondere dem Aluminium Engineering Center (aec) und dem VDG, die die Exkursion finanziell unterstützt haben.




Pfingstexkursion 2016

Die Pfingstexkursion 2016 führte die Aachener Gießer vom 14. bis zum 23. Mai in den mittleren Westen der USA. Die Reise über den großen Teich begann für die Teilnehmer der Exkursion wie schon so viele andere zunächst einmal recht beschaulich mit einer Busfahrt, diesmal aber zum Düsseldorfer Flughafen. Von dort aus ging es dann ohne Umwege nach Chicago, von wo aus die Reise quer durch die Bundesstaaten Illinois und Wisconsin führen sollte. Kaum am Airport O’Hare angekommen, ging es für die Gruppe direkt weiter, im Bus in Richtung Peoria in Illinois, wo viele der Teilnehmer ihre erste Nacht auf amerikanischem Boden verbrachten. Auch die Qualität amerikanischer Brauereiprodukte konnte in diesem Zusammenhang einer ersten Prüfung unterzogen werden. Nach dem anstrengenden Reisetag am Sonntag, konnte dann am Montagmorgen das Fachprogramm der Exkursion mit der Besichtigung des Caterpillar Werkes in Peoria begonnen werden. Gleich bei der ersten Station konnten sich die Studierenden davon überzeugen, dass das geflügelte Wort „Everything is bigger in the US“ durchaus zutrifft. Von fachkundigen Mitarbeiten geführt, durfte die Reisegruppe die Herstellung von tonnenschweren Motorblöcken der G3600-Serie Station für Station durchwandern, um so einen Einblick in die Herstellung und die täglichen Herausforderungen im Groß-serienguss zu erhalten.


Bild 1: Gruppenfoto vor dem Caterpillar-Werk in Peoria

Im Anschluss an die Tour ging es weiter, quer durch Illinois und Teile von Wisconsin in Richtung Milwaukee. Spätestens jetzt wude klar, die Distanzen auf dieser Exkursion dürften vieles bisher Erlebte deutlich in den Schatten stellen. Nach über vier Stunden Fahrt, war zur Belohnung dann aber noch Zeit für eine Erkundung der Stadt am Ufer des Lake Michigan, welche vor allem für zwei Dinge weltbekannt ist: Bier und Motorräder.
Der nächste Tag der Exkursion beginnt passend zur Stadt mit einem Besuch des Harley Davidson Museums in Milwaukee. Neben interaktiven Exponaten gab es hier vor allem die technische Entwicklung der Motorräder während der letzten 100 Jahre zu begutachten. Dem geschulten Gießerauge entging dabei auch der ein oder andere Gussfehler an den historischen Ausstellungsstücken nicht. Wie sich etwa stark verrippte Aluminium-Gehäuse fehlerfrei gießen lassen, konnten die Teilnehmer anschließend zwei Stunden weiter nördlich in Manitowoc bei Eck Indust-ries live miterleben. Die zahlreichen Verfahrensvarianten und Legierungen mit denen hier gearbeitet wird, hätten fast allein für eine Exkursion ausgereicht. Diverse Formstoffsysteme in Kombination mit Schwerkraft Guss, aber auch Niederdruckguss, führten eindrucksvoll vor Augen, wie vielfältig das Gießerei-Handwerk sein kann. Anschließend schlugen wir unsere Zelte ein wenig südlich in Sheboygan auf, von wo aus die Touren der nächsten Tage starten konnten.


Bild 2: Gruppenfoto vor der Einfahrt von Eck-Industries in Manitowoc

Am Mittwochmorgen ging es zunächst in den Nachbarort Kohler, welcher rund um die von einem deutschen Auswanderer gegründete Kohler Company entstanden und gewachsen ist. Zu Beginn unserer Tour über das weitläufige Firmengelände konnten zunächst aktuelle Produkte und die Geschichte des Unternehmens im Be-sucherzentrum erlebt werden. Die angeschlossene Besichtigung des Werkes, in dem fast ausschließlich Sanitärartikel gefertigt werden, führte die Gruppe neben der Eisen-Gießerei auch durch die Armaturen und Porzellan Fertigung des Betriebes. Die Herstellung gusseiserner Badewannen, nach eigenen Angaben auf einer der in Bezug auf die Kastengröße größten Formanlagen der Welt, war für alle eine inte-ressante neue Erfahrung.

Auch bei der zweiten Station des Tages handelte es sich um eine Gießerei, welche zum überwiegenden Teil nur für das eigene Haus produziert. Die Rede ist vom Bootsmotoren Hersteller Mercury Marine im nahegelegenen Fond du Lac am Lake Winnebago. Für die Teilnehmer der Exkursion gab es hier neben der Herstellung von Schiffsschrauben im Stahl-Feinguss, auch die Herstellung von Motorenkom-ponenten im Lost Foam Verfahren sowie von Struktur- und Motorbauteilen im Druckguss-Verfahren zu sehen. Neben den Prozessen und Produkten an sich, blieben der Gruppe auch Besonderheiten wie der serienmäßige Einsatz von Salz-kernen im Druckguss, aber auch die Verwendung der eigens entwickelten Legierungsfamilie nicht vorenthalten.


Bild 3: Gruppenfoto vor der Kohler-Zentrale in Kohler


Bild 4: Gruppenfoto bei Mercury Marines in Fond du Lac

Im Anschluss an die Besichtigung aller drei Gussbereiche ging es anschließend zurück nach Sheboygan, direkt an das Ufer des Lake Michigan, wo wir auf Einladung der Nemak im Blue Harbour Resort einchecken durften. Der Seeblick und der Empfang durch viele der am Folgetag involvierten Führer und Mitarbeiter war sicherlich für viele der Teilnehmer ein echtes Highlight der Reise. Neben einem geselligen Abend bot die Zusammenkunft zudem für alle die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen.

Der Folgetag war dann auch ausschließlich den Nemak Werken Taylor und Gateway vorbehalten. An beiden Standorten werden Komponenten im Druckgießverfahren hergestellt. Während im Werk Taylor mit seinen eher kleinen Maschinen zahlreiche verschiedene Komponente von Getriebegehäusen bis zu Ölwannen produziert werden, konnten in Gateway Maschinen mit über 3000 Tonnen Schließkraft besichtigt werden. Zwar sind allen Teilnehmern Druckgießanlagen nicht fremd, das Ausmaß einer Anlage für die Herstellung von V6-Kurbelgehäusen ließ dennoch viele staunen. Begleitet wurde die Besichtigung beider Werke von einer ausführlichen Vorstellung des Unternehmens und einer angeregten Diskussion der Ex-kursionsteilnehmer mit den beteiligten Mitarbeitern. Unsere Zeit in Sheboygan durf-ten wir abschließend in einer abgelegenen Log Cabin Venue bei Kohler stilvoll bei gutem Essen und gutem Bier gemeinsam feiern.


Bild 5: Gruppenfoto mit den Nemak-Mitarbeitern in der Log Cabin Venue in Kohler

Am letzten Tag des Fachprogrammes stand nach einem langen Abend und einer kurzen Nacht dann eine weitere lange Fahrt auf dem Programm. Vom Ufer des Lake Michigan ging es nach Waupaca und damit weit ins Landesinnere. Die gleichnamige Waupaca Foundry zählt zu den größten Eisengießereien der USA, die alle gebräuchlichen Gusseisenlegierungen vergießt. Besonders beeindruckend war die umgesetzte Firmenphilosophie, die gesamte Entwicklung und Herstellung sämtlicher Anlagen stets im eigenen Haus zu behalten. So bestand die Möglichkeit igens entwickelte, vollautomatisierte vertikale Formanlagen im Einsatz zu sehen, was für eine Großzahl der Studierenden eine beeindruckende Erfahrung war. Nach einer anregenden Abschlussdiskussion begab sich die Reisegruppe das letzte Mal auf die Highways des mittleren Westens, um die Reise in der Windy City abzuschließen.


Bild 6: Gruppenfoto vor dem Eingang der Waupaca Foundry in Waupaca

Die folgenden 36 Stunden waren geprägt von atemberaubenden Aussichten, tollen Begegnungen und tiefgehenden Eindrücken, die den Teilnehmern der Exkursion sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Höhepunkt war aber sicherlich der gemeinsame Abend auf Einladung der AGIFA in einem typisch amerikanischen Steakhouse im Zentrum der Millionenstadt. Hier konnten die gewonnenen Erfahrungen noch einmal resümiert und ausgetauscht und gemeinsam auf die wirklich gelungene Exkursion angestoßen werden.
Am frühen Sonntagmorgen machte sich die Reisegruppe schließlich auf den Rückweg zum O’hare Airport, um pünktlich im Flieger Richtung Düsseldorf abzu-heben. Und so schien es, als sollte dies die erste Agifa-Exkursion seit Langem ohne Verspätung oder sonstige Zwischenfälle zu werden. Doch als man gerade Neufundland überquerte, bereit das Festland zu verlassen, kam die Ansage des Kapitäns, dass der Flieger aufgrund eines Triebwerkschadens leider umkehren müsse, jedoch nicht nach Chicago, sondern nach New York. Von den Strapazen, die mit einer solchen Situation einhergehen mal abgesehen, bekam die Reisegruppe so die einmalige Möglichkeit noch ein paar Stunden die Atmosphäre der Greatest City of the World aufzusaugen. Mit dem gewonnen Tag im Gepäck machten sich die Gießer dann vom John F. Kennedy Airport auf und erreichten 24 Stunden später als geplant die Aachener Heimat.
Für alle Beteiligten bot die Exkursion zahllose neue Eindrücke und Erfahrungen. Auch wenn die USA als westlich geprägte Industrienation viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Gießer-Welt aufweist, so sind es doch die vielen kleinen Unterschiede, die der Exkursion ihren besonderen Reiz verliehen haben. Es bleiben Erfahrungen, Erinnerungen, aber auch Kontakte und Bekanntschaften, für die sich die weite Reise auf alle Fälle gelohnt hat.
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal unseren größten Dank an alle beteiligten Firmen und Akteure richten, welche diese Exkursion erst ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt dabei Herrn Christoph Heisser, welcher uns durch seine Kontakte eine große Unterstützung war. Aber auch ohne die großzügige Unterstützung unserer Sponsoren wäre diese Exkursion in dieser Form sicherlich nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank daher auch an das aluminium engineering center aachen (aec), die Magma GmbH, den VDG/BDG sowie die Nemak und Frech.




Pfingstexkursion 2015

Die Pfingstexkursion 2015 führte die Aachener Gießer vom 26. bis zum 29. Mai durch den Süden Deutschlands. Früh am Dienstagmorgen brachen 19 Studenten und 6 Doktoranden von Aachen aus zunächst in Richtung Hessen auf. Als erste Station stand dort in Battenberg das Eisenwerk Hasenclever und Sohn auf dem Programm. Die Gruppe wurde hier vom Werksleiter und zwei Aachener Absolventen, die vielen Teilnehmern noch als ehemalige Kommilitonen bekannt waren, empfangen. Nach einer Unternehmensvorstellung bot sich in kleinen Gruppen ausreichend Gelegenheit, die Fertigung von Abgaskomponenten in Stahlguss von der Kernfertigung über die Formmontage im Coldbox-Kernpaket- und Croning-Verfahren bis zum Abguss und schlussendlich der Bearbeitung der Teile zu ergründen.


Gruppenfoto am „Schwanzhammer“ auf dem Werksgelände der Firma Hasenclever

Nach der anschließenden Diskussionsrunde fuhr die Gruppe weiter nach Stadtallendorf, wo mit der Besichtigung der Fritz Winter Eisengießerei das europaweit größte Werk im Bereich des Eisengusses der zweite Programmpunkt anstand. Im Rahmen der Betriebsbesichtigung, die ganz im Zeichen der hochinteressanten Prozessführung zur Produktion von LKW-Motorkomponenten aus GJV stand, gelangte so mancher Exkursionsteilnehmer wohl zu der Erkenntnis, dass eine der größten Herausforderungen an einem Standort mit 3700 Mitarbeitern (trotz beeindruckender Automatisierung!) darin besteht, sich nicht zu verlaufen.
Wohlbehalten und vor allem vollzählig setzte sich die Gruppe am späten Nachmittag wieder in Bewegung und bezog abends Quartier in Würzburg, wo der Tag mit Diskussionen des Erlebten, dem ein oder anderem Kaltgetränk oder gar einer viel umjubelten musikalischen Darbietung in der ortsansässigen Karaokebar beschlossen wurde.
Am Morgen des zweiten Tages führte der Weg weiter gen Süden, genauer gesagt nach Nürnberg. Am dortigen Standort stand die Kolbenfertigung für Diesel- und Ottomotoren im Mittelpunkt des Besuches. Ein großes Team nahm sich Zeit und führte die Exkursionsteilnehmer nach einem Theorieblock zum Thema Kolbenlegierungen in Kleingruppen durch Gießerei, mechanische Bearbeitung und Forschungslabor. Abgerundet wurde der lehrreiche Aufenthalt durch eine ausgiebige Fragerunde bei einem zünftigen Nürnberger Mittagessen.


Gruppenfotos bei Fritz Winter


Gruppenfotos bei Federal Mogul Nürnberg

Auf dem Weg nach Regensburg wurde anschließend auf der Carolinenhütte bei Kallmünz Station gemacht. Die idyllisch gelegene, mittelständische Eisengießerei produziert GJL und GJS Komponenten bis zu 9 Tonnen, hauptsächlich für den Maschinen- und Anlagenbau. Der Geschäftsführer persönlich führte die Aachener Gießer über das Werksgelände und vermittelte bei einem hautnah miterlebten Abguss und einem Aufenthalt auf der Gicht-Bühne des Kupolofens einen sehr authentischen Eindruck davon, wie auch traditionelle Gießereien heutigen Anforderungen entsprechen können.


Die Exkursionsgruppe bei der Carolinenhütte bei Kallmünz

Nachdem der gießereitechnische Wissensdurst fürs erste gestillt war, bot sich der Gruppe am Abend die Gelegenheit, auch der dürstenden Kehle Linderung zu verschaffen. Auf Einladung der AGIFA wurde gemeinsam das Regensburger Weissbräuhaus aufgesucht, wo man, nach einer kurzweiligen Führung durch die kleine Hausbrauerei, den Gaumen mit bayrischem Speis und Trank erfreuen konnte. Im Laufe des Abends wurde diskutiert, gelacht und nicht zuletzt auch die ein oder andere Unterschrift auf diverse Bierdeckel gesetzt.
Der dritte Exkursionstag begann mit einer kurzen Busfahrt nach Deggendorf, wo mit der Firma Pinter Guss eine NE-Kundengießerei besucht wurde, welche vom Schwerpunkt ihres Produktportfolios nicht in der Automotive-Branche, sondern vielmehr im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Medizintechnik beheimatet ist. Erneut wurde die Aachener Gruppe mit offenen Armen empfangen und nach einer herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers von Gießereiingenieuren fachkundig durch die Hand- und Maschinenformerei, ebenso wie durch die Kokillengießerei geführt. Das Highlight des Rundgangs bildete ein parallel aus Ofen und Pfanne durchgeführter 500 kg Abguss einer handgeformten Sandform. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen bot sich zudem ausreichend Gelegenheit, sich Fragen aus erster Hand beantworten zu lassen und so einen exklusiven Einblick in den Arbeitsalltag eines Gießereiingenieurs im Kundenguss zu ergattern.


Gruppenfotos bei Pinter Guss


Gruppenfotos bei der BMW Leichtmetallgießerei

Am Nachmittag folgte dann der von vielen mit Spannung erwartete Besuch der BMW Leichtmetallgießerei in Landshut. Nach freundlichem Empfang im werkseigenen Besucherzentrum und gut versorgt mit den wichtigsten Daten und Fakten zu Konzern und Standort wurde die Exkursionsgruppe sogleich in erfahrene Gießerhände für die nun folgende Gießereibesichtigung übergeben. Und diese hatte es besonders in puncto Prozessvielfalt in sich: Ich gut zwei Stunden bekamen Studenten und Betreuer unter anderem die anorganische Kernfertigung, die gesamten Produktionsprozesse für Zylinderköpfe im Kokillen- und Lost-Foam-Guss sowie die aufstrebende Sparte des Struktur-Druckgusses zu sehen. Neben der schieren Größe der verschiedenen Fertigungslinien beeindruckten dabei besonders der hohe Automatisierungsgrad, die Effizienz und die Sauberkeit in der Fertigung.

Ausreichend Gelegenheit, die bisher gewonnenen Eindrücke Revue passieren zu lassen, bot sich am Donnerstagabend in München, der von den Teilnehmern frei gestaltet wurde. Der laue Frühlingsabend und die entspannte Atmosphäre in einem der zahlreichen Biergärten trugen dabei sicherlich zur Zerstreuung bei!
Während am Vortag noch des Öfteren Schlagworte wie Leichtbau oder Downsizing gefallen waren, lassen sich die Erzeugnisse des letzten Exkursionsziels am Freitagvormittag eher mit Attributen wie groß, mächtig, schwer und kraftvoll umschreiben. Im Augsburger Werk der MAN Diesel & Turbo folgte die Gruppe zunächst der Einladung ins Werksmuseum, wo die beeindruckende Entwicklung von Dieselmotoren, Druckmaschinen und Kraftfahrzeugen anhand der Originalexponate nachvollzogen wurde. Im Anschluss folgte eine Führung durch die Motorenfertigung, eine tolle Gelegenheit für Gießer, einmal den weiteren Weg der gegossenen Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Co. zu verfolgen. Zudem durfte die Agifa-Gruppe ausnahmsweise auch die Gießerei besichtigen, in der Abgussgewichte von bis zu 110 Tonnen keine Seltenheit darstellen. Erfreulicherweise nahm sich auch hier das Team der Werksführer viel Zeit und stellte sich beim Mittagessen in der ausgezeichneten Werkskantine den Fragen der GI-Studenten.


Die Exkursionsgruppe bei der Carolinenhütte bei Kallmünz

Anschließend setzte sich der Bus wieder in Richtung Aachen in Bewegung, wo die Exkursion am späten Abend ihr Ende fand. Etwas erschöpft von der langen Heimfahrt, aber um viele wertvolle Einblicke reicher, schauten die Teilnehmer auf eine äußerst abwechslungsreiche Woche zurück. Hinsichtlich Gusswerkstoffe, Verfahren, Bauteilgrößen, Anwendungsfelder und Unternehmensformen wurde auf der diesjährigen Exkursion eine besonders große Bandbreite abgedeckt. Möglich gemacht wurde die gesamte Veranstaltung nicht zuletzt von den zahlreichen Unterstützern in den besuchten Betrieben, die die Gruppe umfangreich und mit großem Aufwand betreuten. Für diesen wertvollen Beitrag zur Gießerei-Nachwuchsförderung auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankesschön an alle Unterstützer.




Pfingstexkursion 2013

AGIFA-Pfingstexkursion nach Süddeutschland (21. - 24. Mai 2013) - ein Exkursionsbericht des Studenten Simon Heupel

Wie jedes Jahr wurde auch 2013 für die Studierenden am Gießereiinstitut der RWTH Aachen in der Pfingstwoche eine mehrtägige Exkursion angeboten. Die Reiseroute lag im Südwesten Deutschlands und erstreckte sich von der Eifel bis zum Bodensee. Ausgangspunkt der Exkursion war die frühe Abfahrt am Dienstagmorgen vom Aachener Gießerei-Institut nach Prüm-Weinsheim in die Eifel, wo für uns 25 Studie-renden, vier wissenschaftliche Mitarbeiter und unseren Professor die Besichtigung der Magnesium-Druckgießerei der Andreas Stihl AG & Co. KG anstand. Die Produktpalette der Firma Stihl beinhaltet sämtliche motorbetriebenen Handgeräte für die Forst-, Land- und Bauwirtschaft, für die in Prüm-Weinsheim ein breites Spektrum von Magnesiumbauteilen im Druckguss hergestellt wird. Die Führung durch das Werk hat es uns ermöglicht den Herstellungsprozess der Bauteile von der Massel über die mechanische Bearbeitung bis zur Lackierung zu beobachten. Im Anschluss an die Werksbesichtigung und die anschließende Fragerunde, in der alle offenen Fragen detailliert beantwortet wurden, ging die Reise weiter in Richtung Saarland.


Bild 1: Gruppenfoto bei der Andreas Stihl AG & Co. KG in Prüm-Weinsheim

In Dillingen an der Saar bot sich für uns die Möglichkeit die Aluminium Sandgießerei der Firma Nemak zu besichtigen, in der größtenteils Zylinderkurbelgehäuse für nahezu alle namenhaften Automobillisten hergestellt werden. Bei der Führung durch das Werk konnten wir ausgiebige Einblicke in die weitgehend automatisierte Fertigung von Zylinderkurbelgehäusen im Kernpaketverfahren gewinnen. Auch hier wurden anschließend offene Fragen fachkundig beantwortet. Durch die großzügige Einladung der Firma Nemak, konnten wir im Anschluss an die Führung den Abend in einem ortsansässigen Brauhaus ausklingen lassen.

Am Mittwochmorgen ging unsere Reise weiter in Richtung Neckersulm zur Besichti-gung der Gießerei der Firma Kolbenschmidt. Leider konnten wir, aufgrund einer mehrstündigen Vollsperrung auf der Autobahn, diesen Termin nicht wahrnehmen. Nachdem die Vollsperrung aufgelöst wurde und die Weiterfahrt möglich war, steuer-ten wir unser nächstes Ziel, die Gießerei der Daimler AG in Esslingen-Mettingen, an. In dem dortigen Werk konnten wir uns die Magnesium-Druckguss-Produktion für Strukturbauteile im Automobilbereich anschauen. Dort konnten wir auch alle Fragen zu den großvolumigeren Bauteilen aus Magnesium loswerden. Nach Ab-schluss der Besichtigung bei der Firma Daimler AG ging die Reise weiter in unsere Unterkunft in Stuttgart. Der zweite Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen in der Innenstadt eingeleitet und es blieb dem einen oder anderen noch ausreichend Zeit das studentische Nachtleben in Stuttgart zu erkunden.


Bild 2: Gruppenfoto bei der der Daimler AG in Esslingen-Mettingen

Der Donnerstagmorgen begann mit der Weiterreise zur Georg Fischer Automotive AG nach Singen, in der eine breite Produktpalette von Bauteilen für die Automobilindustrie hergestellt wird. Die umfangreiche Werksführung reichte vom Kupolofen bis zum fertigen Produkt und hat uns faszinierende Eindrücke aus dem Bereich der Eisengießerei geboten. Zudem bot sich uns die Möglichkeit verschiedene Formherstellungsverfahren im Bereich des Sandgusses aus nächster Nähe zu beobachten.


Bild 2: Gruppenfoto bei der Georg Fischer Automotive AG in Singen

Im Anschluss an die Besichtigung bei GF hieß unser nächstes Ziel die ZF Friedrichshafen AG in Friedrichshafen, die eine der führenden Firmen für die Herstellung von Schalt- und Automatikgetrieben ist. Bei der Führung durch das Werk war es uns möglich interessante Einblicke in den Bereich der Getriebetechnik und Montage zu bekommen. Nach Beendigung der Werksführung ging es für uns, auf Einladung der AGIFA, in die Innenstadt von Friedrichshafen zum gemeinsamen Abendessen, wo in geselliger Runde das Abendprogramm eingeläutet wurde.

Am Freitag hieß unser Reiseziel die SHW Casting Technologies GmbH in Wasseralfingen, welche Zylinderkurbelgehäuse für Schiffs- und Kraftwerksmotoren aus Gusseisen mit Gießgewichten bis zu 100 t herstellt. Die beeindruckende Größe der Kerne, Schmelzaggregate und Gussteile boten uns auch einen Einblick in den Bereich des Großgusses. Nach der abschließenden Fragerunde in dem firmeneigenen Museum endete die diesjährige Pfingstexkursion mit der Rückfahrt nach Aachen.

An dieser Stelle möchte ich, stellvertretend für alle mitgereisten Studenten, ein herz-liches Dankeschön an die AGIFA, die Firmen und die Organisatoren für diese ausgesprochen gelungene und lehrreiche Exkursion richten, die uns für unsere persönliche Entwicklung richtungsweisende Einblicke in die industriellen Bereiche ermöglicht hat.

Pfingstexkursion 2012

AGIFA-Pfingstexkursion nach Schweden (29. Mai - 01. Juni 2012) - ein Exkursionsbericht des Studenten Kilian Schwalb

Jedes Jahr an Pfingsten führt die AGIFA Exkursionen zu Gießereien abwechselnd in Europa und Deutschland durch. Alle 2 Jahre geht es weiter weg, so ging es 2012 nach Südschweden. Es begann am Pfingstdienstag um 4 Uhr morgens am GießereiInstitut. Von dort sind wir mit dem Bus nach Düsseldorf zum Flughafen gefahren. Nach der Gepäckaufgabe und der Sicherheitsüberprüfung konnten wir pünktlich um 6.45 Uhr mit dem Flieger Richtung Stockholm abheben. Nach ca. 1 ½ Stunden landeten wir bei erfrischenden 14 °C in Stockholm. Nach kurzer Zeit hatte jeder seinen Koffer zurückbekommen und Geld abgehoben. Am Geldschalter wurden wir dann von unserem Busfahrer, Åke, entdeckt der uns zu unserem Bus führte. Hier gab es dann die erste freudige Überraschung - der Reisebus hat Internet über Wlan an Bord und das war sogar relativ schnell, auch auf dem Land.
Nach dem Einladen des Gepäcks in den Bus sind wir nach Katrineholm zu SKF Mekan gefahren. Hier gab es in der Schulkantine in direkter Nachbarschaft zum Werk Mittagessen. Anschließend hat uns der Entwicklungschef von SKF Mekan die Firma gezeigt. Hierbei gab es einige Dinge die bei Firmenpräsentationen neu für uns waren. So wurden wir am Anfang erst mal gefragt was wir denn überhaupt erwarten würden und gerne sehen möchten. Nach einer kurzen Einführung in den Konzern wurden wir in Gruppen aufgeteilt und durch das Werk geführt. SKF Mekan stellt Stehlagergehäuse aus Gusseisen her. Im Werk wird eine DISA-Anlage im Zweischicht- und eine Rüttel-Press-Formanlage im Einschichtbetrieb betrieben. Weiterhin unterhält SKF Mekan eine Handformerei für Kleinserien und Prototypen. Im Anschluss an die Führung wollte der Entwicklungschef dann wissen, was uns in der Firma aufgefallen ist und was verbessert werden könnte, als sogenanntes Gastgeschenk.


Bild 1: Gruppenfoto von den Exkursionsteilnehmern bei SKF Mekan AB in Katrineholm

Nach der Werksführung sind wir nach Jönköping gefahren und haben dort in einer kleinen Jugendherberge, direkt an einem See gelegen, übernachtet. Der Abend war noch jung und direkt neben dem Hotel war ein gut gepflegter Fußballplatz. Nach kurzem Ausflug zum nächsten Supermarkt, ein Ball musste besorgt werden, konnten wir den Schweden zeigen wie man Fußball spielt.


Bild 2: Die Topspieler des Gießerei-Instituts in der Vorbereitung auf die EM

Am nächsten Morgen sind wir nach kurzer Fahrt in Jönköping bei Swerea SWECAST angekommen. Hier wurden wir von Mats Holmgren begrüßt, der uns die Schwedische Gießereiindustrie erklärt und sein Forschungs-Institut gezeigt hat. Herr Holmgren hatte im Vorfeld der Exkursion Kontakte zu Gießereien in Schweden vermittelt, wofür wir uns nochmals recht herzlich bedanken möchten. Nach dem Besuch von SWECAST stand die Firma Tenhults Pressgjuteri AB auf dem Programm. Die Tenhults Gießerei ist eine Druckgussgießerei die Zink und Aluminiumteile herstellt. Hier sind uns einige pfiffige Prozessschritte aufgefallen. So wird eine Stanze mit einem Besen gereinigt der an einem Angusssystem befestigt ist. Nachdem das Bauteil gestanzt wurde packt der Roboter den Besen am Angusssystem und fegt die Stanze sauber.


Bild 3: Maschinensäuberung mal anders

Zum Mittagessen wurden wir von Tenhults in einem nahe gelegenen Gasthaus, direkt an einem See gelegen, eingeladen. Die Zeit nachmittags verbrachten wir im Bus, wir mussten Göteborg erreichen. Hier übernachteten wir etwa 10 Minuten außerhalb der Innenstadt in einem idyllischen Bungalowpark. In Göteborg bekamen wir von einem Stadtführer, Herbert, die Stadt gezeigt. Zum Abendessen hat die AGIFA in einem typisch schwedischen Restaurant eingeladen. Anschließend wurde die Stadt auf eigene Faust erkundet.
Donnerstagmorgens hieß es früh aufstehen, wir mussten nach Skövde zu Volvo Power Train. Volvo Power Train stellt Motoren für Nutzfahrzeuge her und hat 2010 eine der modernsten Gießereien für Gusseisen weltweit gebaut. Die Gießerei ist fast vollständig automatisiert, pro Schicht gibt es 15 Mitarbeiter, welche 80.000 Zylinderköpfe pro Jahr fertigen. Interessant ist, dass die Formen mit einem Kühlsystem gekühlt werden und damit ein für GJL besonders festes Gefüge erreicht wird. In der Gießerei sind fast alle Prozessschritte eingehaust, aufgrund dessen ist es sehr sauber in der Werkshalle. Auch hier wurden wir zum Mittagessen in der Werkskantine eingeladen.
Nachmittags besuchten wir Åkers AB, eine der ältesten Firmen Schwedens. Von 1580 an wurden erst Kanonenkugeln, dann Kanonen und seit 150 Jahren Walzrollen gegossen. Die Produktion war an diesem Tag leider schon gelaufen, wir haben dennoch einen guten Überblick über die Firma und Ihre Produktionstechniken bekommen.


Bild 4: Maschinensäuberung mal anders

Abends sind wir in Stockholm angekommen und haben den Abend individuell verbracht. Ein zweiter Hinweis, dass man im Norden ist: Um 23 Uhr wurde es Dunkel und um 3 Uhr morgens wieder hell. Leider hat es in Stockholm den ganzen Abend und darauf folgenden Tag geregnet. Der guten Stimmung hat das aber nicht geschadet. Freitagmorgens ist die Gruppe Richtung Vasa-Museum und anschließend Richtung Technikmuseum aufgebrochen. Abends sind wir dann nach Düsseldorf zurück geflogen.
Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir Sebastian Fischer, Olaf Middelmann, Gabriel Schenke und David Joop zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben. Dafür im Namen der Teilnehmer ein herzliches Dankeschön.

Darüber hinaus bedankt sich die Aachener Gießer-Familie e.V. herzlichst beim Verein Deutscher Gießereifachleute (VDG) für die großzügige finanzielle Unterstützung der diesjährigen Pfingstexkursion.

Pfingstexkursion 2011

Die AGIFA-Pfingstexkursion führte 2011 22 Studierende und 2 Assistenten des Aachener Gießerei-Instituts vom 14.06. bis 17.06. in den Osten Deutschlands. Dabei wurde auf dem Weg in den Osten in Meschede und Kassel Halt gemacht. In Meschede besichtigten die Aachener Gießer die Firma Busch, welche unter anderem Bremsscheiben, Schwungräder und Getriebegehäuse herstellt. Dem folgte ein Besuch der VW-Leichtmetallgießerei in Kassel. Für eine Übernachtung am ersten Exkursionstag war die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt vorgesehen. Der zweite Exkursionstag begann mit einer Besichtigung der Firma Silbitz Guss bei Gera, in welcher die Aachener Mannschaft die Fertigung von hand- und maschinengeformten Eisen- und Stahlguss bestaunen konnte. Nach der Weiterreise wurde in Dresden Station gemacht und im Anschluss an einer Stadtbesichtigung ein gemeinsames Abendessen eingenommen. Die Ortrander Eisenhütte bot am vorletzten Exkursionstag DISAmatic-geformten Grau- und Sphäroguss. Die letzte Gießereistation stellten die Edelstahlwerke Schmees dar, welche neben Industrieprodukten auch Kunstguss in Stahl fertigen. Nach der durstig machenden Gießereibesichtigung wurden die Aachener Besucher in das Schmees Gasthaus „Zum Gießer“ eingeladen. Zum Abschluss der Exkursion wurde die Wartburg in Eisennach besichtigt.


Bild 1 und 2: Gruppenbilder von den Besuchen der Aachener Gießer bei der Firma Silbitz Guss und bei den Edelstahlwerken Schmees.




Pfingstexkursion 2010

AGIFA-Pfingstexkursion nach Italien (24.-28. Mai 2010) - ein Exkursionsbericht des Studenten Kilian Schwalb

Die Pfingstexkursion startete am Montag, den 24. Mai um 12 Uhr am Gießerei-Institut, von wo aus wir mit der Bahn nach Köln und dann weiter zum Flughafen Köln/Bonn gefahren sind. Dort angekommen, hieß es einchecken und darauf hoffen, dass uns die isländische Aschewolke keinen Strich durch die Rechnung macht. Nach dem passieren der Sicherheitsschleuse mussten wir noch ein wenig warten, bevor der Germanwings-Airbus Richtung Mailand abhob.

Nach dem Flug und einer einstündigen Busfahrt, waren wir nun endlich in Mailand. Der restliche Weg per U-Bahn und zu Fuß zum Hostel war nun nur noch ein Klacks.

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich 7 Uhr von unserem Busfahrer Bene begrüßt und die Fahrt in Richtung Alpen konnte angetreten werden. Die erste Station war Dongo, ein kleiner Ort am Comer See. Wir haben dort die Gießerei Fonderia Alluminio besucht. Nach einem kleinen Vortrag über die Gießerei wurden wir durch die Produktionshallen geführt und konnten uns die Lost-Foam-Technologie informieren. Die Firma Fonderie Alluminio stellt Teile für die Automobilindustrie her und produziert etwa 100.000 Tonnen pro Jahr.
Nach der Besichtigung spendierte uns die Gießerei noch ein Mittagessen in der firmeneigenen Kantine, einer Mensa in klein, dafür aber sehr lecker.

Da ursprünglich noch eine zweite Besichtigung für diesen Tag geplant war, diese aber ausgefallen ist, hatten wir den Nachmittag frei. Die Übernachtung war an diesem Tag in Bungalows auf einem Campingplatz direkt am Comer See im beschaulichen Städtchen Domaso vorgesehen. Der See lud dazu ein, sich ein wenig abzukühlen. Am Abend wanderte die gesamte Gruppe durch den historischen Ortskern hinauf auf einen Weinberg, wo wir den Abend bei einer Besichtigung der Weinherstellung und natürlich einer ausgedehnten Weinprobe ausklingen ließen, Bild 1. Das Panorama das sich uns dort bot, mit dem von Palmen gesäumten Comer See zu Füßen und den schneebedeckten Kuppen der Alpen im Hintergrund, werden wir so schnell wohl nicht mehr vergessen.


Bild 1: Gemeinsame Weinverkostung am Comer See

Mittwochs morgen ging die Reise dann weiter nach Brixen in Südtirol. Unser Plan durch die Berge über zwei Alpenpässe dorthin zu fahren wurde leider durch den zeitgleich stattfindenden Giro d'Italia vereitelt. Wir waren also gezwungen „untenrum“ über Mailand und Verona nach Brixen zu fahren, was uns die Gelegenheit gab, während der 6-stündigen Busfahrt unser Akkus nach dem harten Abend wieder aufzuladen.

Am frühen Nachmittag sind wir dann bei der Firma Alupress in Brixen angekommen. Begrüßt wurden wir von Dr. Bramann, einem Absolventen des Aachener Gießerei-Instituts, der uns die Firma vorgestellt und anschließend durch die Werkshallen geführt hat. Alupress stellt Teile für die Automobilindustrie im Druckgussverfahren her. Die Gussgewichte liegen zwischen 20g und 5.000g. Besonders beeindruckend war die Sauberkeit und perfekte Organisation innerhalb der Gießerei.

Nach dem Besuch sind wir nach Verona gefahren und haben dort im Motel Europe genächtigt. Allerdings nicht ohne vorher die Stadt mit ihrem prachtvollen Zentrum erkundet zu haben.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, sind wir zur Firma IDRA aufgebrochen. IDRA baut Druckgussmaschinen im Schließkraftbereich von 50t bis 4000t. Im Vortrag wurde uns unter anderem vom Semi Solid Rheocasting Verfahren berichtet, welches die Firma zusammen mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt hat. Während der Führung wurde uns eine 4000 Tonnen Druckgussmaschine, die gerade getestet wurde, vorgestellt, sehr eindrucksvoll, Bild 2.


Bild 2: Gruppenfoto vor einer 4000t-Druckgussmaschine bei IDRA

Nachmittags haben wir die Gießerei Zanardi besucht. Zanardi stellt Gussteile durch Sandguss her und benutzt unter anderem als Werkstoffe austenitisch-ferritisches Gusseisen mit Kugelgraphit und Austenitisch-Bainitisches Gusseisen mit Kugelgraphit (ADI).
ADI zeichnet sich durch hohe Zähigkeit und gute mechanische Eigenschaften aus, bei gleichzeitig hervorragender Verschleißbeständigkeit. Durch diese Technologie können die Gussteile auch nach der Wärmebehandlung noch weiter bearbeitet werden.

Im Anschluss sind wir nach Bologna gefahren wo wir abends alle zusammen in einer Trattoria zu Abend gegessen haben. Leider war der Laden mit so vielen Gästen gleichzeitig etwas überfordert. Die ersten hatten schon die Nachspeise, da ist bei anderen erst die Vorspeise angekommen. War aber nicht so schlimm, da die Stimmung am lezten gemeinsamen Abend hervorragend war. Danach verteilte sich die Gruppe in der Stadt. Später dann ging es mit dem Taxi zurück zum Bungalow-Campingplatz. Rote Ampeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen waren für unseren Taxifahrer wohl nur Hinweise. Trotz der rasanten Fahrt sind wir aber alle gesund und munter angekommen.

Freitags morgens teilte sich die Gruppe. Fünf Studenten und der Oberingenier Dr. Vroomen sind zu Ferrari gefahren, um die Gießerei zu besichtigen. Der Rest durfte sich einen Eindruck über die Produktpalette bei der Konkurrenz in Saint Agata Bolognese, bei Lamborghini verschaffen. Da ich bei Ferrari war, kann ich nur von dort berichten. Nach der Fahrt nach Maranello, haben wir mit einigen hin und her fragen haben wir das richtige Tor zum Werk gefunden und wurden vom Leiter der Technologie-Abteilung durch die Gießerei von Ferrari geführt worden. Die Gießerei ist komplett in einer Halle auf dem Werksgelände untergebracht. Ferrari gießt pro Tag etwa 15-20 Motoren aus Aluminium, davon 5 für Maserati. Aufgrund dieser kleinen Produktionsmenge ist der Anteil an Handarbeit sehr hoch.

Nach dem Besuch der Gießerei stand noch das Ferrari-Museum mit der gesamten Gruppe auf dem Programm.

Nach dem Besuch in Maranello sind wir zurück nach Mailand gefahren wo abends der Flieger zurück ins Rheinland startete. Dort angekommen hat sich die Gruppe in alle Himmelsrichtungen zerstreut.

Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir, Todor Ivanov und Sebastian Fischer zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben.

Pfingstexkursion 2009

AGIFA-Pfingstexkursion nach Norddeutschland (02.-05. Juni 2009) −
ein Exkursionsbericht der Studenten Hanno Vogel und Gajendrian Balakrishnan

Am Dienstag, dem 02. Juni, startete morgens um 6:30 Uhr die Busfahrt Richtung Norddeutschland, die uns zu neuen geographischen und fachlichen Horizonten führen sollte.

Die erste Station war die Doncasters Precision Castings GmbH in Bochum, die Feingussteile für die Luftfahrtindustrie herstellt. Dank der sehr gut organisierten Führung durch die Werkshallen, bekamen wir schnell einen Überblick über die einzelnen Fertigungsschritte, die zur Herstellung z.B. von Turbinenschaufeln führen.

Nach ein paar Essens-Häppchen, die wir unterwegs aufnahmen, fand der Bus seinen Weg ins ländliche Dülmen und zwar zur Sportwagenmanufaktur Wiesmann. Hier muss eine jedes Autoliebhaber­herz aufblühen, denn die gläserne
Manufaktur erlaubt es, die Handfertigung wunderschöner Sportwagen zu beobachten.

Im Anschluss an den Besuch bei der Fa. Wiesmann führte die Exkursion weiter nach Hannover. In Hannover angekommen und nach Bezug der dortigen Jugendherberge steuerte die Exkursionstruppe mit letzter Kraft ein Brauereihaus in der Hannoveraner Innenstadt an, wo die Fässer für uns schon bereit standen und sich dadurch die Möglichkeit anbot, neue Kräfte zu sammlen. Zu fortgeschrittener Stunde, breitete sich langsam allgemeine Erschöpftheit aus und der lange Fußmarsch zur Jungendherberge wurde angetreten.

Der Mittwochmorgen begann mit abgezählten Brötchen in der Kantine der luxuriösen Herberge, inmitten schöner Hannoveraner Naturlandschaft. Alle waren bereit für einen neuen aufregenden Tag im Norden Deutschlands. Unsere erste Station war die Eurokern Gießereitechnik GmbH in Baddeckenstedt. Die Geschäftsführung gab uns einen Einblick in die Firmenstruktur, wobei wir zudem ein Fachvortrag über diverse Kernherstellungsverfahren zu hören bekamen. Bei der sich daran anschließenden Führung durch die Produktionsstätten konnte dann der praktische Teil der Kernfertigung begutachtet werden.

Von Baddeckenstatt ging es dann weiter nach Hamburg. Gegen Nachmittag kamen wir am Hamburger Hafen an und sammelten einen Touristenführer auf, der unseren Bus durch das Hafengewirr sicher leitete und uns währenddessen Geschichten, Fakten und tolle Einblicke über den Hamburger Hafen lieferte. Im Hafen machte sich die allgemein vorherrschende Krise deutlich bemerkbar. Viele Kräne hatten keine Schiffe zum be- und entladen an der Pier, Container standen auf Halde und riesige Flächen voll mit Autos glitzerten abwartend in der Sonne.

Nach dem Bezug eines Backpacker Hostels im Zentrum Hamburgs zogen wir in kleinen Gruppen durch die Hamburger City, wo sich letztendlich doch alle auf der Reeperbahn wieder fanden und beschloss, den Abend mit dem einen oder anderen Bier zu beschließen.

Komischerweise war am Morgen jeder da und sogar reisebereit. Die nötige Kraft für den Tag konnten alle bei einem Nickerchen im Bus auf dem Weg nach Lübeck zur Besichtigung des ae-Druckgusswerkes schöpfen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Fa. ae-Druckguss ging es weiter nach Kiel, um den Grau- und Sphäroguss der Gießerei Kiel zu besichtigen. Als besonders eindrucksvoll erwiesen sich die Herstellung und die Vorbereitung riesiger Formen für den Guss von Motorgehäusen für Schiffe oder Lokomotiven sowie die Nachbearbeitung der gegossenen Kolosse.

Im Anschluss bot sich Gelegenheit, auf eigenen Faust, die Kieler Sehenswürdigkeiten kurz anzusehen, während parallel für den nahenden Grillabend am Ostseestrand eingekauft wurde. Mit Bier und Grillgut fand sich ein Grillplatz am Strand, wobei das Wetter einen romantischen Sonnenuntergang bescherte. Mit reichlich herzhaftem Der letzte Tag stand im Zeichen der Besichtigung der Howaldtswerke-Deutsche Werft

in Kiel. Das Unternehmen der ThyssenKrupp Technologies ist spezialisiert auf den Bau von U-Booten. In der Werft wurde die Gruppe sehr freundlich in Empfang genommen.

Während der Führung bekamen wir unter anderem das überaus interassente Technologiezentrum zu sehen und wurden mit der Brennstoffzelle vertraut gemacht, die bereits heute in den modernsten U-Booten eingesetzt wird. Zum krönenden Abschluss bestand dann die Möglichkeit, ein funktionstüchtiges Marine-U-Boot aus sicherer Entfernung zu beobachten, dass zu Wartungszwecken auf Stelzen im Trockendock stand. Durch ein Kantinenessen gut gestärkt, wurde dann der Rückweg nach Aachen eingeläutet.

Schon fast in tiefer Nacht erreichte der Bus den heimischen Hafen der Intzestraße,
wo sich alle nach einigen erlebnisreichen und anstrengenden Tagen erschöpft in alle Himmelsrichtungen verteilten. Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir Christian Oberschelp, Todor Ivanov und Marcus Schafaff zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben.

Pfingstexkursion 2008

Die alljährlich stattfindende Pfingstexkursion der Aachener Gießer Familie e.V. führte
dieses Jahr in die Tschechische Republik. Zu Beginn der Exkursion hatten die 27 Studenten und Doktoranden des Aachener Gießerei Institutes Gelegenheit die Zylinderkopffertigung im Schwerkraftkokillenguss der Firmen Nemak und Starcam, einem
Joint Venture von Nemak und Daimler, in der nordtschechischen Stadt Most zu besichtigen.

Am Folgetag stand ein Besuch bei der Firma Pilsensteel auf dem Programm. Zum Unternehmensverbund gehören neben einem Stahlwerk mit Elektrolichtbogenöfen und

einer Schmiede die größte Gießerei Tschechiens. Mit ca. 600 Mitarbeitern werden Handformgussstücke bis zu 300t in Stahl und Grauguss unter anderem für die Energie-
und Transporttechnik hergestellt. Nach zwei Übernachtungen in der Goldenen Stadt Prag führte die Reise weiter in den Süden Tschechiens in die Stadt Brünn. Hier wurden die
Firmen Heunisch Guss, die in der ehemaligen Zetor Traktorengießerei kernintensiven Maschinenformguss bis 500kg für diverse Anwendungen herstellt sowie die Druckgießerei

Kovolit, besichtigt. Kovolit stellt mit ca. 480 Mitarbeitern ein breites Spektrum an Druckgussteilen her und wendet neben konventionellem Druckguss auch Squeezecasting und
Vakuumguss an. Zum Abschluss der Exkursion wurde die Gruppe von der Grau-, Stahl- und Kunstgießerei DSB Euro in Blansko eingeladen.

Neben den Gießereibesuchen wurde das Exkursionsprogramm durch den Besuch der
Internationalen Gießereifachmesse Fond-Ex in Brünn sowie durch ein interessantes Rahmenprogramm abgerundet. Vielen Dank sei an dieser Stelle allen besuchten Gießereien sowie der Firma Hüttenes Albertus CZ für die organisatorische und finanzielle Unterstützung ausgesprochen.